in Sachsen-Anhalt bahnt sich ein brisanter Rüstungsdeal an. Ausgerechnet in Sangerhausen, einer strukturschwachen Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit, soll der israelische Waffenkonzern Elbit Systems eine Fabrik errichten. Geplant sind bis zu 400 Arbeitsplätze – ein verlockendes Angebot für eine Region, die seit Jahren ausblutet. Doch der Preis könnte hoch sein.
Denn Elbit ist kein normaler Industriebetrieb. Der Konzern gilt als einer der wichtigsten Ausrüster Israels. Kritiker werfen ihm vor, Waffen und Drohnen für Einsätze in Gaza, im Libanon und anderen Kriegsgebieten zu liefern. Trotzdem wurden die Verhandlungen offenbar hinter verschlossenen Türen vorangetrieben. CDU-Oberbürgermeister Torsten Schweiger lud den Stadtrat am 21. Mai zu einer nicht öffentlichen Sitzung. Danach soll eine deutliche Mehrheit für weitere Gespräche gestimmt haben.
Warum diese Geheimniskrämerei? Warum sollen die Bürger erst erfahren, was läuft, wenn die Weichen schon gestellt sind? Und warum wird eine arme deutsche Region ausgerechnet mit Rüstungsarbeitsplätzen geködert?
Der Fall Sangerhausen zeigt, wie eng Deutschland längst in die Rüstungskooperation mit Israel verstrickt ist. Die Bundesrepublik lieferte U-Boote, die als Trägersysteme für Atomwaffen gelten. Auf Nachfragen zu staatlichen Subventionen verweist die Bundesregierung auf Geheimhaltung und „Staatswohl“.
Genau darum geht es auch in der neuen COMPACT-Spezialausgabe „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“. Wir zeigen, was hinter der Staatsräson steckt, welche Rolle Rüstung, Krieg und Machtpolitik spielen – und warum diese Fragen jetzt mitten in Deutschland ankommen.
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